Wer bin ich, wenn ich wirklich ich selbst bin? Was motiviert mich? Wie sieht mein Leben aus, wenn es mir entspricht?Lass dich beraten!

#Persönlichkeitsentwicklung

Vision mit doppeltem Boden

Vision mit doppeltem Boden

Vision mit doppeltem Boden

Vom Abstrakten ins Konkrete und zurück: wie Ziele, Pläne und deiner Identität auf deine Vision einzahlen.

Visionen wollen richtig verstanden und formuliert werden. Ein wichtiger Aspekt wird dabei meist übersehen. Wie stehen gelebte Vision und Identität im Verhältnis zueinander?

Nimm dir für diese Übung ein DinA 4 Blatt zur Hand und zeichne vier Felder nebeneinander.

Oben links notierst du deine Vision.

Eine Vision ist zunächst das große innere Bild davon, wie sich ein stimmiges Leben anfühlen und in welche Richtung es sich entwickeln soll. Sie beantwortet nicht primär die Frage „Was genau erreiche ich?“, sondern eher: „Wofür will ich mein Leben einsetzen? Wie will ich arbeiten, lieben, leben, wirken?“ Eine Vision ist damit weiter, weicher und sinnorientierter als ein Ziel. Sie ist der Nordstern. Sie muss nicht jeden Schritt kennen, aber sie gibt eine Richtung vor.

Oben rechts leitet sich davon ein erstes Ziel ab.

Ein Ziel ist dagegen viel konkreter. Es ist ein Ausschnitt aus der Vision, den man messbar, beobachtbar oder terminierbar machen kann. Wenn die Vision lautet: „Ich möchte beruflich wirksam sein und gleichzeitig innerlich freier leben“, dann könnte ein Ziel sein: „Ich übernehme in den nächsten zwölf Monaten ein Projekt mit mehr Gestaltungsspielraum“ oder „Ich reduziere meine Wochenarbeitszeit bis Ende des Jahres um zehn Prozent und arbeite 2 von 4 Tagen remote.“ Ziele machen aus einer Richtung einen überprüfbaren Entwicklungsschritt.

Unten rechts (direkt unter den Zielen) ergibt sich dein Plan

Der Plan ist dann die Übersetzung in Verhalten. Er beantwortet nicht mehr: „Was will ich?“, sondern: „Was tue ich am Montag um 9 Uhr?“ Viele Menschen leiden nicht an mangelnder Einsicht, sondern an mangelnder Verhaltensarchitektur. Sie wissen ungefähr, wohin sie wollen, aber nicht, wie ihr Kalender, ihre Gespräche, ihre Prioritäten und ihre Gewohnheiten dazu passen müssen. Ein Plan ist die operative Seite der Vision.

Unten links ergibt sich aus Vision, Ziel und Plan final die Identität

Identität ist die Frage: „Wer werde ich, wenn ich diesem Weg wirklich folge?“ bzw. „Wer ist eine Person, die eine solche Vision lebendig werden lässt? (und bin ich das überhaupt?)“ oder auch: „Welche Version meiner selbst muss ich verkörpern, damit diese Vision nicht nur interessant klingt, sondern tragfähig wird?“ Denn viele Ziele scheitern daran, dass sie (noch) nicht zum Selbstbild passen oder dass sie dem eigentlichen Selbst nicht entsprechen und einem fremden Idealbild folgen. Jemand will sichtbar führen, hält sich aber innerlich immer noch für „eher die Person im Hintergrund“. Jemand wünscht sich mehr Tiefe in Beziehungen, identifiziert sich aber weiterhin als unabhängig, unangreifbar und emotional kontrolliert. Dann zieht die alte Identität das neue Leben immer wieder zurück. Man erreicht keine Visionen oder Ziele, die mit dem eigenen Identitätsverständnis in Konkurrenz stehen.

In unserer Anleitung zur Visionserstellung hast du Top Down deine persönlichen Merkmale, Motive und Werte mit deiner Vision in Verbindung gebracht. Diese Übung ermöglicht dir, dich gedanklich darauf einzulassen, was deine Vision für dich und dein Leben bedeutet und das Ganze Bottom Up zu denken. Lebst du mit diesem Lebensentwurf das Leben, das dir entspricht?

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