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#Persönlichkeitsentwicklung

Selbstsabotage – Wenn unsere größten Stärken uns im Weg stehen

Selbstsabotage – Wenn unsere größten Stärken uns im Weg stehen

Selbstsabotage – Wenn unsere größten Stärken uns im Weg stehen

Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft, Ehrgeiz oder Genauigkeit gelten als Eigenschaften, die beruflichen Erfolg fördern. Sie sorgen dafür, dass Menschen Verantwortung übernehmen, Projekte zuverlässig umsetzen oder für andere da sind. Doch genau diese Stärken können unter bestimmten Umständen zum Problem werden. Warum ist das so? Die Antwort liegt in unseren Verhaltensmustern.

Verhaltensmuster sind häufig der Ursprung unserer Stärken

Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens typische Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster. Sie entstehen nicht zufällig, sondern helfen dabei, mit Herausforderungen umzugehen, Anerkennung zu erfahren, Sicherheit zu gewinnen oder Beziehungen zu gestalten.

Wer beispielsweise früh gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen, entwickelt häufig ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Wer erlebt hat, dass Harmonie wichtig ist, entwickelt oft ein feines Gespür für die Bedürfnisse anderer. Und wer für gute Leistungen Anerkennung erhalten hat, entwickelt nicht selten einen hohen Anspruch an sich selbst.

Aus diesen Mustern entstehen persönliche Stärken. Sie prägen unsere Persönlichkeit und beeinflussen, wie wir Entscheidungen treffen, Beziehungen gestalten und Herausforderungen bewältigen.

Warum diese Stärken wahrscheinlich zu beruflichem Erfolg führen

Viele dieser Eigenschaften sind im Berufsleben ausgesprochen wertvoll. Verantwortungsbewusste Menschen übernehmen Projekte und bringen sie zuverlässig zum Abschluss. Hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen stärken den Zusammenhalt im Team. Ehrgeizige Menschen verfolgen Ziele mit Ausdauer und Genauigkeit sorgt dafür, dass Fehler erkannt und Qualität gesichert werden. Kein Wunder also, dass genau diese Eigenschaften häufig zu Anerkennung, guten Leistungsbeurteilungen oder beruflichem Aufstieg beitragen. Unser Umfeld bestätigt uns immer wieder darin, dass sich dieses Verhalten lohnt.

Wenn Erfolg das Muster verstärkt

Mit jedem positiven Erlebnis lernt unser Gehirn dazu. Wer für seinen Einsatz gelobt wird, übernimmt beim nächsten Mal vielleicht noch mehr Verantwortung. Wer mit Perfektion gute Ergebnisse erzielt, investiert künftig noch mehr Zeit in Details. Wer durch Hilfsbereitschaft Wertschätzung erfährt, sagt auch beim nächsten Mal wieder Ja. Nach und nach entsteht eine unbewusste Verbindung:

Genau so bin ich erfolgreich.

Das Muster wird immer vertrauter und automatischer. In vielen Situationen ist das hilfreich. Schwieriger wird es, wenn wir auch dann daran festhalten, obwohl die Situation eigentlich etwas anderes erfordern würde.

Wenn aus einer Stärke ein Automatismus wird

Unter Druck greifen Menschen meist auf das zurück, was sich in der Vergangenheit bewährt hat. Das spart Energie und vermittelt Sicherheit. Genau dadurch kann jedoch aus einer Stärke eine Einschränkung werden.

Verantwortungsbewusstsein entwickelt sich zu Kontrolle. Hilfsbereitschaft wird zur Selbstaufgabe. Ehrgeiz führt zu Erschöpfung. Genauigkeit endet im Perfektionismus. Harmoniebedürfnis erschwert notwendige Konflikte.

Nicht die Stärke selbst ist das Problem. Entscheidend ist, ob wir sie bewusst einsetzen oder ob sie automatisch unser Verhalten bestimmt.

Woran lässt sich das erkennen?

Ein Hinweis kann sein, dass sich bestimmte Situationen immer wieder ähnlich anfühlen. Vielleicht fällt es schwer, Aufgaben abzugeben, obwohl andere sie gut erledigen könnten. Vielleicht werden eigene Bedürfnisse regelmäßig hintenangestellt. Vielleicht beschäftigen berufliche Themen auch nach Feierabend noch die Gedanken oder kleine Fehler lösen unverhältnismäßig viel Stress aus. Je häufiger solche Situationen auftreten, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine hilfreiche Stärke gerade ihren Kipppunkt erreicht.

Persönlichkeitsentwicklung bedeutet nicht, die eigenen Stärken aufzugeben

Viele Menschen versuchen zunächst, ihre vermeintlichen Schwächen zu bekämpfen. Häufig ist das jedoch gar nicht notwendig. Die eigentliche Entwicklungsaufgabe besteht darin, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern.

Ein verantwortungsbewusster Mensch muss nicht weniger Verantwortung übernehmen. Ein hilfsbereiter Mensch muss nicht egoistischer werden. Und ein ehrgeiziger Mensch muss seine Ziele nicht aufgeben.

Entscheidend ist die Fähigkeit, bewusst zu entscheiden, wann eine Stärke hilfreich ist und wann eine andere Reaktion besser zur Situation passt, beziehungsweise bessere Konsequenzen zur Folge hat. Denn psychologische Flexibilität bedeutet nicht, jemand anderes zu werden. Sie bedeutet, mehr Wahlmöglichkeiten zu haben.

Selbsttest: Wie flexibel setzt du deine Stärken ein?

Jede Stärke besitzt einen Kipppunkt. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, welche Stärken jemand hat, sondern wie flexibel sie eingesetzt werden. Mit unserem kurzen Selbsttest findest du heraus, ob deine größten Stärken dir derzeit überwiegend helfen oder ob sie unter Druck gelegentlich beginnen, deinen Handlungsspielraum einzuschränken.

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